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Spenden für Waffenkäufe: Orientalische Christen im Kampf gegen den IS

Mitten durch die fruchtbare Ninive-Ebene im Nordirak läuft die Front zum IS. Christliche Milizionäre, die ihre Heimat verteidigen wollen, besorgen sich veraltete Waffen auf dem Schwarzmarkt. Spenden dafür kommen auch aus Deutschland. report München recherchierte im Krisengebiet.

Der Raps auf fruchtbarem Boden gedeihen in diesem Frühjahr prächtig. Doch kein Bauer kümmert sich um die  Felder. Das wäre viel zu gefährlich: Denn die Front ist viel zu nah. Momentaufnahmen aus der Nineve-Ebene im Nordirak. Mit militärischem Begleitschutz geht es Richtung Front. Deshalb sind auch die Reporter von report München auf ihrer Recherchereise ein mögliches Angriffsziel. Erdwälle und Sandsäcke geben in der vordersten Frontlinie Deckung vor Scharfschützen und Mörserangriffen. Die Stellungen des sogenannten Islamischen Staates, abgekürzt IS, sind in Sichtweite.

Christen kämpfen an der Seite der Kurden

Seit dem August 2014 verläuft hier nördlich von Mossul und mitten durch die so fruchtbare Ninive-Ebene die Front zum IS. Christliche Milizionäre wollen ihre Heimat gegen den IS verteidigen – als integrierter Bestandteil der kurdischen Peschmerga-Armee im Nordirak. Gemeinsam stehen sie mit ihren kurdischen Kameraden in der vordersten Linie. Beinahe jeden Tag kommt es hier zu Gefechten mit den bestens ausgerüsteten Kämpfern des IS, der im Irak massenhaft amerikanischen Waffen erbeuteten.

Die Christen müssen mit veralteten Waffen kämpfen. Modernes Kriegsgerät geben ihnen die kurdischen Peschmerga allem Anschein nach nicht. Ihre wenigen museumsreifen Waffen haben die Christen auf dem Schwarzmarkt mit Spendengeldern gekauft. Das berichtet der Kommandeur der kleinen Einheit, Sharbil H. Matty.

Spenden aus Kirchengemeinden

Die Spenden kommen auch aus Deutschland; darunter aus Pfullendorf in Baden-Württemberg. In der syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde wird Geld gesammelt, auch um damit Waffenkäufe im Irak zu finanzieren. Die Gläubigen geben, weil Persönlichkeiten wie der Gemeindepfarrer Issa Gharib ganz offen in arabischer Sprache um Spenden bitten, auch für die Kämpfer.

Im Gegensatz zu den kurdischen Peschmerga-Soldaten, die deutsche Waffen erhielten und auch in Deutschland ausgebildet wurden, waren und sind die christlichen Milizionäre auf sich alleine gestellt. Der ehrenamtliche Vorsitzende des Zentralrates der Orientalischen Christen in Deutschland, Simon Jacob, bestätigt im Exklusiv-Interview mit report München die Sammelaktionen für Waffen in Deutschland und verlangt mehr Unterstützung seitens der Bundesregierung für die Christen-Milizen, die um das Überleben ihrer Gemeinschaft im Irak kämpfen.

Quelle: br.de

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